Gedenken, diskutieren, handeln.

Ein Gedankenaustausch zwischen Herrn Kilian Franer, Initiator des Projektes „Erinnern für die Zukunft“ und Vorsitzender der Kulturkommission Mariahilf sowie Petra Öllinger und Georg Schober.

Zur Vorgeschichte: Bezüglich der Beschmierungen der Gegedenktafel haben wir ursprünglich jeweils eine Ansprechperson von SPÖ, Die Grünen, ÖVP und FPÖ in Mariahilf, der Israelitischen Kultusgemeinde, der MA7 und die PräsidentIn sowie die Geschäftsführerin des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser bzw. die Direktorin des Hauses Mariahilf über die Situation an der Gedenktafel informiert und eine rasche Beseitigung der Schmierereien sowie eine dauerhafte und würdige Lösung für diesen Bereich gefordert.

Bisher haben auf dieses Schreiben der Bezirksobmann der ÖVP, Herr Gerhard Hammerer, persönlich geantwortet und uns zugesagt, das Problem (die Beschmierungen, und die ungepflegte Hausfassade) mit einem Antrag in der nächsten Bezirksratssitzung am 03. Dezember zu thematisieren. Frau Marianne Taferner von der Kulturarbteilung der Stadt Wien (MA7) teilte uns mit, daß die Reinigung in Auftrag gegeben wurde.
Von Frau Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann und von Frau Gabriele Graumann (Geschäftsführerin des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser) erhielten wir je ein Antwort-Mail, das unter „cc“ an uns „gerichtet“ war.

Auf ein weiteres Mail an alle Mariahilfer BezirksrätInnen, deren E-Mailadresse für uns zu eruieren war, haben, neben Herrn Franer, nur eine „Handvoll“ der MandatarInnen geantwortet.

Mit Zustimmung von Herrn Franer veröffentlichen wir nachstehend den Schriftverkehr zum Thema „Gedenken an die ehemalige Synagoge in der Schmalzhofgasse“ bzw. über das Projekt „Erinnern für die Zukunft“.

Wir schätzen seine Bereitschaft für einen Diskurs über diese, nicht zuletzt für unsere Demokratie wichtigen Fragen.

Wir haben die Mails aus Gründen der besseren Lesbarkeit chronologisch geordnet.

Sie müssen lediglich auf den entsprechenden Link klicken und gelangen so zum jeweiligen Schreiben.

  • 19. November 2009 – Mail mit persönlicher Anrede an die einzelnen BezirksrätInnen in Mariahilf
  • Sehr geehrter Herr Dr. Franer!

    Sie kennen sicher die Gedenktafel in der Schmalzhofgasse 3, die an die bis 1938 dort befindliche und in den Novemberpogromen zerstörte Synagoge erinnert. Weder die immer wiederkehrenden Schmierereien noch die Verschmutzung (Urin, Zigarettenstummel …) sind eines solchen Gedenkortes würdig.
    Wir möchten Sie einladen, auf der Site „Mariahilfer Synagoge – Für einen würdigen Ort des Gedenkens“ Ihre Meinung zu der derzeitigen Situation und Ideen für eine zukünftige würdige Gestaltung dieses Ortes des Gedenkens zu äußern.

    Mit freundlichen Grüßen

    Georg Schober und Petra Öllinger

  • 19. November 2009 – Antwortmail von Herrn Kilian Franer
  • Sehr geehrte Frau Öllinger,
    sehr geehrter Herr Schober,

    mir ist die Verunstaltung im Umfeld der Gedenktafel für die Synagoge Schmalzhofgasse kürzlich bekannt geworden. Ich verurteile derartige Beschmierungen und teile ihre Kritik, dass soetwas nicht stattfinden darf. Ich finde es sehr wichtig, dass sich Menschen aus der Zivilgesellschaft für einen würdigen Umgang mit der Vergangeheit engagiern. Deshalb habe ich auch das Projekt „Erinnern für die Zukuft“ initiiert. Es ist das umfassendste diesbezüglich in Österreich, denn es wird jedem einzelnen Todesopfer des NS-Terrors in Mariahilf mit einer eigenen Erinnerungstafel in der Nähe des letzten Wohnorts nachhaltig gedacht. Ohne dem ehrenamtlichen Engagement Vieler – etwa in unzähligen Stunden der aufwändigen Recherche in Archiven oder die Übernahme von Patenschaften für einzelne Gedenkobjekte – wäre die Vewirklichung dieses Projekts nicht möglich gewesen. Schade, dass Sie nicht auch in unserer Geschichtswerkstatt dabei waren. Ihr Beitrag wäre sicher eine Bereicherung gewesen.

    Mir ist sehr an einer raschen Lösung dieser Angelegenheit gelegen. Ich habe einen Lösungsvorschlag auch schon der Frau Bezirksvorsteherin gemacht: Die Tafel entweder neu anzubringen, so dass sie ohne technische Hilfsmittel (Leiter etc.) nicht wieder verunstaltet werden kann oder sie alternativ mit einem leicht zu reinigenden Sicherheitsglas zu versehen. Die technischen und finanziellen Voraussetzungen dazu müssen mit dem PensionistInnenwohnhaus geklärt werden.

    Da Sie sich sehr eingehend mit diesem Sachverhalt beschäftigt haben, darf ich annehmen, dass Sie sicher auch einen Lösungsvorschlag haben. Ich ersuche Sie mir mitzuteilen, was Sie konkret vorschlagen?

    Mit bestem Dank im Voraus und
    mit freundlichen Grüßen
    Kilian Franer

  • 24. November 2009 – Antwortmail von Petra Öllinger und Georg Schober

    Sehr geehrter Herr Franer!

    Herzlichen Dank für Ihr Mail und Ihr Bemühen für eine Lösung der Probleme am Ort des Gedenkens an die ehemalige Synagoge in der Schmalzhofgase.

    In kurzen Gesprächen am Rande der von uns am 09. November initiierten kleinen Gedenkveranstaltung bei der Gedenktafel in der Schmalzhofgasse und auch in den Tagen danach, beim abendlichen Entzünden einer Kerze, stellten wir in Gesprächen fest, daß gar nicht wenige Menschen die Gedenktafel bisher nicht wahrgenommen hatten bzw. über die Novemberpogrome nicht Bescheid wußten. Interesse und Anteilnahme war allerdings bei allen Kontakten spürbar.

    Wichtig erscheint uns die Entfernung ALLER Schmierereien auf dem Gebäude und nicht nur jener unmittelbar neben der Gedenktafel. Beispielsweise „prangt“ am Türstock des Hintereingangs des Pensionistenhauses seit mindestens einem Jahr der Schriftzug „kill all racists“.

    Ihre Überlegung einer „Verglasung“ der Gedenktafel mittels Spezial- bzw. Plexiglas ist sicher eine Möglichkeit, den Bereich zu schützen bzw. einfacher pflegen zu können.

    Aus unserer Sicht wäre es auch wünschenswert, die Gedenktafel aus diesem „versteckten“ Winkel, der Verschmutzungen geradezu anzieht, herauszuholen bzw. eine Neugestaltung ins Auge zu fassen. Der Text ist auf dem mamorierten Stein schwer zu lesen und würde heute wohl auch anders formuliert werden. So halten wir es in diesem Zusammenhang für problematisch, mit aktuellem Wissensstand unreflektiert von der Reichskristallnacht zu sprechen.
    Avraham Barkai 1988: „‚Kristallnacht‘! Das funkelt, blitzt und glitzert wie bei einem Fest! Es wäre längst Zeit, daß diese böswillig-verharmlosende Bezeichnung zumindest aus der Geschichtsschreibung verschwände.“ zitiert in: Walter H. Pehle (Hrsg.): Der Judenpogrom 1938: Von der „Reichskristallnacht“ zum Völkermord. Frankfurt am Main 1988, S. 113

    Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit, eine Erinnerungstafel (Messingplättchen) zusätzlich in den Boden einzulassen, um so die Aufmerksamkeit auf die Gedenktafel zu lenken?

    Das Projekt „Erinnern für die Zukunft“ ist ein wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung und Bewußtmachung der Verbrechen des Nationalsozialismus in Mariahilf.
    Zweifelsohne ist in das Projekt sehr viel Zeit und Kraft von engagierten Menschen eingeflossen. Umso bedauerlicher ist es, daß diese wichtige Initiative von der Mehrheit der MariahilferInnen scheinbar noch immer nicht ausreichend wahrgenommen wird – wie uns persönliche Gespräche mit BezirksbewohnerInnen zeigten. Ein Indiz: Lediglich 25 Personen haben bisher eine Patenschaft für ein Gedenkobjekt (Messingplättchen) übernommen.

    In diesem Zusammenhang fragen wir uns, warum für ein Gedenkobjekt (Messingplättchen, 10 x 10 cm, für jede einzelne ermordete Person, die die Inschrift „Hier wohnte“ sowie den Name und die Lebensdaten trägt) 150.- Euro zu zahlen sind? Die finanzielle Unterstützung des Projektes zu staffeln, wie dies beispielsweise bei „Steine der Erinnerung“ in der Wiener Leopoldstadt angeboten wird, wäre eine Möglichkeit. Dort können bereits ab 18 Euro „Bausteine“ für den Weg der Erinnerung erworben werden.

    Leider ist auch auf manchen der Messingplättchen der Text kaum lesbar und die verlegten Gedenkobjekte sind teilweise von unschönen färbigen Markierungslinien umgeben (Aegidigasse).

    Auf der Site „erinnern für die zukunft“ heißt es: „… Ganz besonders sollen junge Menschen mit Schul- und Kulturveranstaltungen angesprochen werden. In Ergänzung zum geschichtlichen Schwerpunkt soll auch auf heutige Formen von Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und die Unterdrückung von Minderheiten Bezug genommen werden.“ Leider findet sich auf der Site „erinnern für die zukunft“ kaum ein Hinweis auf Projekte mit Schulen im Bezirk.

    In Zusammenhang mit den Gedenkobjekten stellt sich uns als BewohnerIn der Garbergasse die Frage, wo unter anderem der fünf folgenden Menschen aus der Garbergasse gedacht wird, deren Gedenkobjekte wir nicht finden konnten: TATER Ettel, TATER Salomon, CADA Franz, HALL früher Kohn Paul Josef, KLEIN Alfred.
    Laut Liste der Mariahilfer NS-Opfer sollte auch Ecke Garbergasse/Liniengasse an insgesamt 35 Menschen gedacht werden.

    Wir hoffen, daß es möglich ist, in Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Politik zu einer guten gemeinsamen Lösung zu finden. Mit Ihrer Zustimmung veröffentlichen wir gerne unseren gemeinsamen Mailverkehr auf der Site https://mariahilfersynagoge.wordpress.com/. Ein öffentlich Machen unseres Gedankenaustausches wäre nicht nur ein Beitrag zu einer transparenten Diskussionskultur, sondern würde auch andere Menschen zur Ideenfindung anregen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Georg Schober und Petra Öllinger

  • 25. November 2009 – Antwortmail von Herrn Kilian Franer

    Sehr geehrte Frau Öllinger,
    sehr geehrter Herr Schober!

    Sie haben völlig recht. Es „prangen“ Schmierereien an vielen Stellen – nicht nur – in Mariahilf. Dieses Problem geht weit über den Anlassfall hinaus. Wobei m. E. keine allgemein gültige für alle Zukunft gesicherte Lösung in Sicht ist, da es sich vermutlich nicht verhindern lassen wird, dass – wer auch immer, mit welcher Intention auch immer – Schmierereien an Gebäuden oder sonstigen Objekten anbringt. Selbst mit einer 100%igen Überwachung der Öffentlichkeit ließe sich das nicht verhindern – vorausgesetzt man hält eine solche überhaupt gesellschaftspolitisch für wünschenswert. D. h., dass die Zuständigen immer den Schmierereien hinten nach seien werden und es hier eine Art „Wettrennen“ gibt, bei dem die Schmierer immer die Nase vorne haben. Nicht verschwiegen werden soll, dass zur Beseitigung der Schmierereien erhebliche Steuer-Mittel eingesetzt werden müss(t)en, die dann für andere Aufgaben der öffentlichen Hand nicht zur Verfügung stehen bzw. stünden. Bekannt ist allerdings, dass es auch in Wien eine Privatinitiative gibt, wo Eine oder Einer, Schmierereien mit explizit rassistischen und/oder sexistischen Inhalt ebenso heimlich übermalt, wie diese angebracht wurden. Das kann man durchaus auch als zivilgesellschaftliches Handeln betrachten, das es nicht nur bei der Kritik an unerwünschten Zuständen belässt.

    Alle – auch Ihre – Vorschläge bezüglich der Gedenktafel für die Synagoge in der Schmalzhofgasse, werden bei der nächsten Sitzung der Kulturkommission besprochen werden, die dann mehrheitlich oder auch einstimmig über die Empfehlung zur Realisierung entscheidet. Darüber hinaus wird auch ein Antrag eingebracht, zur Anbringung einer neuen Erinnerungstafel für das jüdische Bethaus in der Stumpergasse.

    Ich finde es sehr positiv, dass Sie sich zum jetzigen Zeitpunkt so intensiv mit dem Projekt „Erinnern für die Zukunft“ auseinandersetzen. Wobei zu bemerken ist: Dieses soll mit heurigem Jahr praktisch abgeschlossen werden, da es ja bereits 2007 anlässlich des 70. Jahrestages – 2008 – der Machtübernahme der Nazis in Österreich bzw. der Reichspogromnacht gestartet wurde.

    Die „Steine der Erinnerung“ von Dr. Elisabeth Ben David-Hindler – mit der wir uns auch intensiv beraten haben – sind ein sehr richtungweisendes Projekt. Dort betragen die Kosten einer Patenschaft 120,- Euro. Eine „Staffelung“ für die Patenschaft ist dort eigentlich auch nicht vorgesehen. Es gibt dort die Möglichkeit sog. „Bausteine“ zu erwerben (ab 18,- Euro aufwärts) oder auch in beliebiger Höhe zu spenden. Es dürfte Ihrer geschätzten Aufmerksamkeit entgangen sein, dass das auch eine Option bei unserem Projekt ist (außer den Bausteinen). Die Möglichkeit in beliebiger Höhe zu spenden, haben bei unserem Projekt auch etliche Menschen in Anspruch genommen. Sie steht auch Ihnen frei und wir freuen uns einen diesbezüglichen Eingang auf unserem Konto (Nr. 323 7807, BLZ: 32000 – Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien, lautend auf Mariahilfer Kulturplattform – „Erinnern für die Zukunft“) verbuchen zu dürfen.

    Die Höhe von 150,- Euro für eine Patenschaft wurde von der Projektkoordinatorin von „Erinnern für die Zukunft“ vorgeschlagen. Ihre Begründung dafür war, dass damit ja nicht nur die Tafeln, ihre Befestigung in den Gehsteigen bzw. an Hausfassaden, sondern auch die kulturellen Begleitprogramme, mit finanziert werden sollen. Menschen, die sich nicht diesen Betrag leisten können, wurde – wie erwähnt – die Möglichkeit angeboten, in beliebiger Höhe zu spenden. Auch die Möglichkeit eines Sponsorings über die Höhe der Patenschaft hinaus ist möglich und ist auch in Anspruch genommen worden. Dieser Preisvorschlag ist dem ExpertInnen-Beirat von „Erinnern für die Zukunft“ vorgelegt, von diesem eingehend erörtert und dann einhellig gut geheißen bzw. empfohlen worden. (Dem ExpertInnen-Beirat gehör[t]en die VertreterInnen der Opfergruppen des Nationalsozialismus an.) Die Kulturkommission der Bezirksvertretung hat sich einstimmig dieser Empfehlung angeschlossen ebenso die Bezirksvertretung. Auch wir sähen es gerne, wenn mehr als „nur“ 25 Menschen Patenschaften übernehmen. Es ist jede und jeder herzlich willkommen – auch Ihre Patenschaft. Dann wären es schon 26 oder 27. Ich lade Sie auch herzlich dazu ein, wenn Ihnen das ein ernsthaftes Anliegen ist, für die Patenschaften in ihrem Bekannten-, Verwandtschafts- und/oder Freundeskreis Werbung zu machen, um die Anzahl der PatInnen zu steigern. Ich meinerseits habe dies jedenfalls getan und darüber hinaus wurde ich auch nicht müde, alle nur erdenklichen Finanzquellen für das Projekt zu erschließen, ohne die das Projekt, das als einziges in ganz Österreich zum Ziel hat namentlich ALLER OPFER des Nationalsozialismus in einem bestimmten Territorium (hier Mariahilf) zu gedenken. Kein anderer Bezirk und auch keine andere Stadt, oder Dorf in Österreich hat das bisher noch getan. Ich glaube nicht zu übertreiben, dass wir in Mariahif stolz darauf sein dürfen. Und ich hoffe, dass andere unserem Beispiel folgen und auch Sie uns bei diesem Bestreben aktiv unterstützen werden.

    Wie erwähnt, hat das Projekt „Erinnern für die Zukunft“ im Jahr 2008 seinen Höhepunkt gefunden, auch was die Veranstaltungen betrifft. Einen guten Überblick über das Projekt insgesamt und auch über die Begleitveranstaltungen bietet auf 288 Seiten die Publikation „Erinnern für die Zukunft“ (ISBN: 978-3-902672-18-6), die vorige Woche im Echomedia-Verlag Wien erschienen und in der Buchhandlung Thalia der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist. Es sind noch nicht alle Gedenkobjekte verlegt. Den aktuellen Stand resp. die noch ausständigen Verlegungen hat die Projektkoordinatorin Frau Mag.a Ulli Fuchs. Ich ersuche Sie, diesbezüglich mit ihr Kontakt aufzunehmen (ulli.fuchs@tele2.at). Sie wird Ihnen gerne detaillierte Auskunft darüber geben. Auch wir haben festgestllt, dass einige der verlegten Gedenkobjekte leider schwer lesbar sind. Wir haben deshalb mit den Erzeugern – das ist die Metallwerkstätte von „Jugend am Werk“ (in der benachteiligte Jugendliche arbeiten, die sonst vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen wären) – Kontakt aufgenommen, damit dieser von uns reklamierte Mangel behoben wird. Geklärt muss auch werden, ob es sich hier um einen Mangel bei der Produktion handelt, oder einer der ev. durch unsachgemäße Verlegung – durch die einzige dazu im Bezirk befugte Baufirma – Zustande gekommen ist. Diese Klärung ist sehr komplex, recht zeitraubend und daher bedauerlicher Weise noch offen.

    Die Gedenkobjekte werden von der Kulturabteilung der Stadt in denkmalpflegerische Obhut übernommen. D. h. sie werden gepflegt und gereinigt. Diese Reinigung erfolgt 2 Mal jährlich und wird im Zuge der Leistung gemeinnütziger Arbeiten vom Verein „Neustart“ – der auch im Bezirk ansässig ist – durchgeführt. Die nächste Reinigung erfolgt im Frühjahr 2010. Die von Ihnen monierten „unschönen färbigen Markierungslinien“ sind tatsächlich unschön. Sie dien(t)en der Markierung, wo die Betonblöcke mit den Objekten genau hin verlegt werden soll(t)en. Ob diese zu entfernen sind, entzieht sich meiner Kenntnis, da ich von meiner Ausbildung her weder Bautechniker, Chemiker o. ä. sondern Sozialwissenschafter bin. Aber vielleicht können Sie in Erfahrung bringen, wie solche Markierungen mit einem vertretbaren Aufwand entfernt werden könnten? Falls Ihnen das möglich ist, bitte teilen Sie es mir umgehend mit.

    Ähnlich wie Antonio Gramsci bin ich übrigens der Meinung, dass Zivilgesellschaft und Politik in einer Demokratie nicht zwei von einander zu trennende Sphären sind. Der Begriff Zivilgesellschaft hat in der heutigen wissenschaftlichen und öffentlichen Diskussion im Wesentlichen zwei Bedeutungen: Zum einen bezeichnet er einen Bereich innerhalb einer Gesellschaft, der zwischen staatlicher, wirtschaftlicher und privater Sphäre entstanden ist – oder auch: zwischen Staat, Markt und Familie. Der Bereich wird als öffentlicher Raum gesehen. Zum anderen wird mit „Zivilgesellschaft“ eine Entwicklungsrichtung von Gesellschaften bezeichnet, die mit Zivilisierung und Demokratisierung umschrieben werden kann. In diesem Diskussionsstrang wird oft der Begriff Bürgergesellschaft (korrekt müsste es „BürgerInnengesellschaft“ heißen) gleichbedeutend verwendet. Dabei verschwimmen häufig die Grenzen zwischen einer Beschreibung und Erklärung dieses Trends einerseits und der Forderung nach seiner Unterstützung andererseits, d. h. „Zivilgesellschaft“ wird zur politischen Forderung im Sinne von „mehr Demokratie“. Der Begriff „Bürgerschaftliches Engagement“ bezieht sich in diesem Zusammenhang auf zwei Aktivitäten, die mit diesen beiden Bedeutungen von Zivilgesellschaft angesprochen sind: Zum einen das gemeinsame Engagement von Bürgerinnen und Bürgern zur Lösung kleinerer oder größerer Probleme, die weder von Staat noch Markt noch Familie ausreichend lösbar sind („mit anpacken“), und zum anderen die politische Einflussnahme von Bürgern auf Staat und Markt („mitbestimmen“) – siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/Zivilgesellschaft . D. h. hier geht es nicht um das Verharren in der Kritik an bestimmten Zu- oder Umständen, sondern darum, durch eigenes Zutun auch etwas zu ändern. Wenig hilfreich ist – um wieder auf die Gedenktafel in der Schmalzhofgasse zurückzukommen – Fotos von dieser Tafel anzufertigen und sie zu veröffentlichen, OHNE auch das geringste konstruktiv zur raschen und zielführenden Beseitigung dieses Missstandes beizutragen, nicht einmal einen Vorschlag; so wie wir es in einer der letzten Ausgaben einer Bezirkszeitung sehen konnten. Dort hat der Obmann der Mariahilfer ÖVP diese Vorgangsweise gewählt und bis heute noch keinen konkreten Verbesserungsvorschlag, geschweige denn Aktivitäten im Sinne des „mit anpacken“ der „Bürgergesellschaft“ (Andreas Khol, ÖVP) geleistet. Damit wird unserer gemeinsamen Sache leider nicht wirklich gedient.

    Ich gehe davon aus, dass Ihnen beide Aspekte des zivilgeselschaftlichen Engagements wichtig sind: Das Mitbestimmen haben Sie ja mit Ihren Diskussionsbeiträgen durchaus entriert. Zum zweiten lade ich Sie im Sinne der „BürgerInnengesellschaft“ auch ein „mit anzupacken“ und dieses nicht nur anderen zu überlassen.

    Glücklicherweise haben sich die Erinnerungsprojekte der österreichischen Zivilgesellschaft – die mitbestimmen und mit anpacken – in jüngerer Vergangenheit entschlossen, nicht mehr nebeneinander oder gar gegeneinander zu arbeiten, sondern sich wechselweise vernetzen. Ich habe das von Anfang an aktiv unterstütz und initiiert, dass diese Vernetzungstreffen in „unserem“ Bezirksmuseum stattfinden können. Ich darf die Einladung an Sie aussprechen, zum nächsten Treffen der österreichischen Erinnerungsprojekte, am 2. Dezember 2009, 18.30-20.30 Uhr im Bezirksmuseum Mariahilf (Mollardgasse 8, 1060 Wien). Dort bietet sich die Gelegenheit zum Meinungsaustausch mit anderen einschlägig engagierten Menschen aus ganz Österreich. Das ist sicher ein wesentlicher Beitrag zur Diskussionskultur, der auch andere Menschen zur Ideenfindung anregen kann. Denn ich glaube auch, dass gerade wenn es um Fragen im Wohnumfeld geht, persönliche Gespräche à la longue Zielführender, kommunikativer, Gegenstands angemessener und auch weniger zeitraubend sind, als ausschließlich lange E-Mails und/oder Internet-Blog-Einträge. Ich glaube mit Ihnen eins zu sein, dass wir nicht PhilosophInnen sein wollen, die die Welt nur (verschieden?) interpretieren, wir wollen sie ja auch verändern.

    Mit kollegialem Gruß
    Kilian Franer

    PS: Gerne können Sie dieses Schreiben ungekürzt im Internet veröffentlichen.

  • 29. November 2009 – Antwortmail von Petra Öllinger und Georg Schober

    Sehr geehrter Herr Franer!

    Vielen Dank für Ihr ausführliches Mail vom 25. November 2009. Wir erlauben uns, die uns im Zusammenhang mit unserer Initiative am wesentlichsten erscheinenden Aspekte Ihres Schreibens aufzugreifen.

    Inhaltlich nehmen wir Stellung:
    1. Gedenktafel für die ehemalige Synagoge in der Mariahilfer Schmalzhofgasse
    2. Projekt „Erinnern für die Zukunft“ in Mariahilf
    3. Resümee

    1. GEDENKTAFEL FÜR DIE EHEMALIGE SYNAGOGE IN DER MARIAHILFER SCHMALZHOFGASSE

    Zur Erinnerung: Wir haben ursprünglich jeweils eine Ansprechperson von SPÖ, Die Grünen, ÖVP und FPÖ in Mariahilf, der Israelitischen Kultusgemeinde, der MA7 und die PräsidentIn sowie die Geschäftsführerin des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser bzw. die Direktorin des Hauses Mariahilf über die Situation an der Gedenktafel informiert und eine rasche Beseitigung der Schmierereien sowie eine dauerhafte und würdige Lösung für diesen Bereich gefordert.
    Bisher haben auf dieses Schreiben der Bezirksobmann der ÖVP, Herr Gerhard Hammerer, persönlich geantwortet und uns zugesagt, das Problem (die Beschmierungen, und die ungepflegte Hausfassade) mit einem Antrag in der nächsten Bezirksratssitzung am 03. Dezember zu thematisieren. Frau Marianne Taferner von der Kulturarbteilung der Stadt Wien (MA7) teilte uns mit, daß die Reinigung in Auftrag gegeben wurde.
    Von Frau Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann und von Frau Gabriele Graumann (Geschäftsführerin des Kuratoriums Wiener Pensionisten-Wohnhäuser) erhielten wir je ein Antwort-Mail, das unter „cc“ an uns „gerichtet“ war.

    Auf ein weiteres Mail, diesmal an alle Mariahilfer BezirksrätInnen, deren E-Mailadresse für uns zu eruieren war, haben neben Ihnen nur eine „Handvoll“ der MandatarInnen geantwortet. Dieses Verständnis von Kommunikation halten wir aus demokratiepolitischer Sicht für mehr als bedenklich.
    Die Reaktion bzw. weitgehende Nicht-Reaktion der Angeschriebenen zeigt uns, wie notwendig und richtig es ist, die Öffentlichkeit zu informieren und in die Lösung dieser Frage (Gedenktafel) mit einzubeziehen.

    Durch unsere Berichte unter anderem auch auf der Homepage „Mariahilfer Synagoge – Für einen würdigen Ort des Gedenkens“ konnten sich in der Zwischenzeit einige hundert Menschen eine eigene Meinung bilden. Dankenswerterweise haben viele von ihnen die Petition unterzeichnet und so eine Zeichen gegen Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit und Antisemitismus gesetzt.

    Wir gehen davon aus, daß es bei der nächsten Sitzung der Mariahilfer Kulturkommission bzw. in der kommenden Bezirksratssitzung Anfang Dezember zu einer positiven Lösung des Problems kommt; zu einer Einigung möglichst aller Parteien, die eine dauerhafte und würdige Lösung auch in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde und dem derzeitigen Nutzer der Liegenschaft, dem Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser bzw. dem Haus Mariahilf, ermöglicht.

    Sie schreiben: „Bekannt ist allerdings, dass es auch in Wien eine Privatinitiative gibt, wo Eine oder Einer, Schmierereien mit explizit rassistischen und/oder sexistischen Inhalt ebenso heimlich übermalt, wie diese angebracht wurden. Das kann man durchaus auch als zivilgesellschaftliches Handeln betrachten, das es nicht nur bei der Kritik an unerwünschten Zuständen belässt …“

    Dem ist zuzustimmen: nicht wegschauen, sondern handeln!
    Allerdings ist in diesem erwähnten Fall folgendes zu berücksichtigen: Laut Auskunft von ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit – wurden einzelne Personen, die die Beschmierungen bzw. Graffiti übermalt hatten, wegen Sachbeschädigung angezeigt. ZARA bietet allerdings in Zusammenarbeit mit einem Baumeister die sogenannte „Beschmierungsambulanz“. Nach Zustimmung durch die EigentümerInnen des Gebäudes werden rassistische Beschmierungen kostenlos entfernt bzw. übermalt.

    Sie schreiben: „D. h. hier geht es nicht um das Verharren in der Kritik an bestimmten Zu- oder Umständen, sondern darum, durch eigenes Zutun auch etwas zu ändern. Wenig hilfreich ist – um wieder auf die Gedenktafel in der Schmalzhofgasse zurückzukommen – Fotos von dieser Tafel anzufertigen und sie zu veröffentlichen, OHNE auch das geringste konstruktiv zur raschen und zielführenden Beseitigung dieses Missstandes beizutragen, nicht einmal einen Vorschlag; … Damit wird unserer gemeinsamen Sache leider nicht wirklich gedient.“

    Die von uns organisierte Gedenkveranstaltung, viele Gespräche mit MariahilferInnen – unter anderem AUCH über das Projekt „Erinnern für die Zukunft“ – und die Erstellung der Homepage „Mariahilfer Synagoge“ sehen wir als unseren BEITRAG für die Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus in Mariahilf und zur Beseitigung der Mißstände am Ort der ehemaligen Synagoge in der Schmalzhofgasse.

    Wir möchten auch in Erinnerung rufen, daß es bei den vorhergehenden Verunreinigungen 2008, gleich neben der Gedenktafel, ein halbes Jahr und einer Reihe von Mails bedurfte, damit dieser Bereich, letztlich mehr schlecht als recht, gereinigt wurde. An der grundsätzlichen Problematik änderte sich bisher allerdings nichts. Daher haben wir, nachdem es vor wenigen Wochen neuerlich zu Beschmierungen gekommen ist, die Initiative ergriffen und durch die Mobilisierung der Öffentlichkeit, Bewegung in das Verdrängen und Vergessen gebracht.

    Es ist uns nachvollziehbar, daß die von Ihnen angesprochenen Fotos von Seiten der Politik als unangenehm empfunden werden. Sie spiegeln allerdings nur die Realität wider und ihre Veröffentlichung hat dazu beigetragen, das Problem einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und eine Lösung für diesen Schandfleck voranzutreiben.

    2. DAS PROJEKT „ERINNERN FÜR DIE ZUKUNFT“ IN MARIAHILF

    Auf der Homepage des Projekts findet sich folgender Satz: „2008 – also 70 Jahre nach dem Anschluss und der Pogromnacht 1938 – wurde im Bezirk für jedes einzelne Todesopfer eine eigene namentliche Gedenktafel angebracht…“ Nachdem ja einige Gedenkobjekte noch nicht verlegt wurden, ersuchen wir, diesen irreführenden Satz zu entfernen.

    Sie schreiben: „Ich finde es sehr positiv, dass Sie sich zum jetzigen Zeitpunkt so intensiv mit dem Projekt „Erinnern für die Zukunft“ auseinandersetzen. Wobei zu bemerken ist: Dieses soll mit heurigem Jahr praktisch abgeschlossen werden, da es ja bereits 2007 anlässlich des 70. Jahrestages – 2008 – der Machtübernahme der Nazis in Österreich bzw. der Reichspogromnacht gestartet wurde.“

    Nicht nur zum jetzigen Zeitpunkt beschäftigen wir uns mit dem Projekt „Erinnern für die Zukunft“. Wir haben „Erinnern für die Zukunft“ von Beginn an als einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung und Bewußtmachung der Verbrechen des Nationalsozialismus in Mariahilf gesehen und haben deshalb, bereits im Mai 2007, den Aufruf zur Mitarbeit veröffentlicht und auch später auf das Projekt hingewiesen. Seine VORSCHLÄGE bezüglich der Öffentlichkeitsarbeit bzw. des Verlaufes des Projektes „Erinnern für die Zukunft“ hat Georg Schober schon vor einiger Zeit in einem Schreiben an Frau Kaufmann und im Beitrag „Die Novemberpogrome in Mariahilf“ geäußert.

    Aufruf zur Mitarbeit am Projekt „Erinnerungen für die Zukunft“

    „Erinnern für die Zukunft“ – Präsentation des Projektes

    „ERINNERN FÜR DIE ZUKUNFT“ – Projekt und Buchpräsentation zum Gedächtnis an die Mariahilfer Opfer des NS-Terrors

    Wir freuen uns nach wie vor, aktuelle Informationen über das Projekt im Blog „Der Duft des Doppelpunktes“ – Infos aus Literatur und Wissenschaft zu veröffentlichen. Leider wurde unser ursprüngliches Angebot 2007 an die Projektverantwortliche, den Literaturblog als zusätzliche Informationsplattform für „Erinnern für die Zukunft“ zu nutzen, von Frau Ulli Fuchs bisher nicht wahrgenommen.

    Sie schreiben: „Die Gedenkobjekte werden von der Kulturabteilung der Stadt in denkmalpflegerische Obhut übernommen. D. h. sie werden gepflegt und gereinigt. Diese Reinigung erfolgt 2 Mal jährlich und wird im Zuge der Leistung gemeinnütziger Arbeiten vom Verein ‚Neustart‘ – der auch im Bezirk ansässig ist – durchgeführt.“

    Den Verein Neustart (Haftentlassenenhilfe) in das Projekt zu integrieren, ist sehr zu begrüßen. Gibt es Ideen, wie auch zwischen den beiden Reinigungsterminen die Gedenkobjekte gepflegt werden können? Werden beispielsweise die heutigen BewohnerInnen der Häuser, in denen die in der Zeit des Nationalsozialismus deportierten und ermordeten Menschen lebten, in das Projekt miteinbezogen? Auch würde sich die Betreuung der Gedenkobjekte durch Schulklassen im Rahmen von Heimatkunde bzw. des Geschichtsunterichts ebenfalls anbieten.

    3. RESÜMEE
    In der Kommunikation mit den (politisch) Verantwortlichen über die Frage des „Gedenkens an die Synagoge in der Schmalzhofgasse“ und der von uns als solidarisch gedachten Kritik am Projekt „Erinnern für die Zukunft“ sind in unserer Wahrnehmung zwei Verhaltensmuster klar zu Tage getreten.

    1. Engagement, das nicht ins eigene Konzept – unabhängig vom jeweiligen parteipolitischen Couleur – paßt, wird meistens ignoriert.
    2. Nicht selten werden BürgerInnen, die Kritik üben und sich, abseits von beispielsweise parteipolitischen Interessen, für soziale und gesellschaftliche Belange engagieren, als NörglerInnen und QuerulantInnen dargestellt.

    Wir verharren nicht, wie Sie meinen, in KRITIK an bestimmten Zu- oder Umständen. Vielmehr ändern wir im Sinne Ihrer Anregung die Dinge durch eigenes Zutun. Siehe unter „1. Gedenktafel für die ehemalige Synagoge … „, die Hinweise auf „Erinnern für die Zukunft“ in unserem Blog, die Organisation der Gedenkveranstaltung, die Gespräche mit MariahilferInnen … Die Zustände um die Gedenktafel können nicht mehr unter den Tisch gekehrt werden.

    Auch sind wir im Rahmen unseres zivilgesellschaftlichen Engagements seit Jahren im Mariahilfer Ruhe- und Therapiepark engagiert. Ein Ort für Ruhesuchende, Behinderte und / oder ältere Menschen, in dem wir gemeinsam mit den BesucherInnen jedes Jahr ein vielfältiges Angebot entwickeln und umsetzen.

    Am 09. Dezember beschließen wir das Parkjahr mit einer Adventfeier zwischen 16 – 18 Uhr. Der kleine Park hat seinen Zugang über die Garbergasse 20. Gäste sind herzlich willkommen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Georg Schober und Petra Öllinger

    Advertisements

    Schlagwörter: , , , , , ,

  • 2 Antworten to “Gedenken, diskutieren, handeln.”

    1. Pronegg Aloisia Says:

      Es macht mich traurig, weil Menschen sich nicht menschenwürdig benehmen und womöglich meinen durch solche Aktionen im Wert zu steigen und sich durch Erniedrigung anderer selber groß und tapfer vorkommen.

      Ich denke, dass viel an Erziehungsarbeit in den Familien verloren gegangen ist.
      Als Lehrerin erlebe ich immer wieder, dass sich Eltern allzu viel von der Schule erwarten.
      Was aber in den ersten 10 bis 14 Jahren versäumt wurde, kann man unmöglich nachholen.

      Vieles muss mitwachsen und am Vorbild erstarken.

      Behutsamer Umgang mit der Umwelt und Achtung vor jedem Menschen, welchen Volkes, welcher Rasse und welcher Weltanschauung er angehört finde ich als wichtigstes Erziehungselement. Daraus ergibt sich vieles andere.

      Viel Erfolg bei Ihrem Engagement und DANKE dafür!

      Sr. Petra

      • mariahilfersynagoge Says:

        Im Zusammenhang mit unserem Engagement ist es sehr schön, die Unterstützung so vieler Menschen zu erfahren.

        Vielen Dank für Ihre Wünsche und Gedanken zum Thema:

        Behutsamer Umgang mit der Umwelt und Achtung vor jedem Menschen, welchen Volkes, welcher Rasse und welcher Weltanschauung er angehört finde ich als wichtigstes Erziehungselement.

    Kommentar verfassen

    Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

    WordPress.com-Logo

    Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

    Twitter-Bild

    Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

    Facebook-Foto

    Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

    Google+ Foto

    Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

    Verbinde mit %s


    %d Bloggern gefällt das: