Forderungen

Forderungen der Initiative „Mariahilfer Synagoge – Für einen würdigen Ort des Gedenkens“

„Wir sollten im Namen der Toleranz uns die Freiheit nehmen, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“ Sir Karl Popper

„Gleichgültigkeit ist die mildeste Form der Intoleranz.“ Karl Jaspers

1. Kommunikation mit allen Menschen, die sich für eine würdige und zeitgemäße Lösung des Gedenkortes einsetzen.
Das Totschweigen von Fakten und die von manchen VerantwortungsträgerInnen geübte Kommunikationslosigkeit kann durch eine die Situation beschönigende Mitteilung in der Kronenzeitung nicht ersetzt werden.

2. Reinigung der Gedenktafel bzw. ihres Umfeldes.
Noch immer gibt es keine verbindliche Zusage für die Reinigung des Umfeldes der Gedenktafel bzw. der gesamten Hausfront. Die Beseitigung des verluderten Zustandes um die Gedenktafel stellt die Grundvoraussetzung für weitere positive Veränderungen dar.

3. Verbindliche Termine für die durchzuführenden Arbeiten.
Läßt man die Infos aus der Kronenzeitung über die Anbringung eines Sicherheitsglases außen vor, bleibt ein einziger Beschluß: Anbringung eines Spots und Bewegungsmelders bei der Gedenktafel. Für die Durchführung dieser, von der Leitung des PensionistInnenwohnhauses Mariahilf zugesagte Maßnahme wurde bisher kein zeitlicher Rahmen vereinbart.

4. Gemeinsame Überlegungen zur Neugestaltung des Gedenkortes.
Der Text der Gedenktafel ist auf dem marmorierten Stein schwer zu lesen und würde heute auch anders formuliert werden. So ist es in diesem Zusammenhang problematisch, mit aktuellem Wissensstand hinsichtlich des Novemberpogroms 1938 unreflektiert von der „Reichskristallnacht“ zu sprechen. Auch scheint es zumindest hinterfragenswert, ob an den Ereignissen in Zusammenhang mit den Novemberpogromen in Mariahilf wirklich nur Nationalsozialisten beteiligt waren, wie der Inhalt der Gedenktafel vermittelt.
Hier ist eine Kooperation beispielsweise mit Einrichtungen aus dem 6. Bezirk wie ZARA (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit) oder mit KünstlerInnen-Interessensvertretungen (IG-Bildende Kunst, IG Kultur) sinnvoll.

5. Nachhaltigkeit – Rahmenbedingungen:
Schaffung von Rahmenbedingungen durch die Bezirkspolitik, die VerantwortungsträgerInnen des PensionistInnenwohnhauses Loquaiplatz und die IKG (Israeltische Kultusgemeinde), die es ermöglichen, das Gedenken bzw. das Wissen um die Novemberpogrome wachzuhalten. Es soll im Sinne der Aussage von Richard von Weizsäcker „Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird“ ein Ort des Gedenkens und der Erkenntnis für die Gegenwart gestaltet werden.

Voraussetzungen dafür sind zum Beispiel:
Information und Einbeziehung der Öffentlichkeit, insbesondere der Mariahilfer Bevölkerung, der AnrainerInnen und der sich in unmittelbarer Nähe befindlichen Schule sowie des PensionistInnenwohnhauses über die Ereignisse der Novemberpogrome in Mariahilf. Beispielsweise durch anlassbezogene (kulturelle) Veranstaltungen im Gedenken an die Ereignisse im November 1938.
Weitere Informations„kanäle“ sind unter anderem (Bezirks-)Medien, Info-Veranstaltungen in der VHS und in Schulen von Mariahilf.

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